Gibt es einen Weihnachtsmann?

Die achtjährige Virginia aus New York hat sich mit ihren Freunden über Santa Claus unterhalten. Während das Mädchen fest an den Weihnachtsmann glaubt, behaupten die anderen, das ganze Gerede wäre doch nur Quatsch. Darum schreibt sie an die Tageszeitung New York Sun einen Brief. Dem Chefredakteur ist die Sache so wichtig, dass er seinen erfahrensten Kolumnisten beauftragt, eine Antwort zu entwerfen – für die Titelseite der Zeitung. Der Briefwechsel zwischen Virginia O’Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897

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Der Briefwechsel wurde so berühmt, dass er bis zur Einstellung der New York Sun mehr als ein halbes Jahrhundert lang immer wieder zu Weihnachten gedruckt wurde. In Deutschland setzt seit 1977 die Welt am Sonntag diese Tradition fort.

Rudi Carrell wäre ein Nerd

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Am 19. Dezember 2009 wäre Rudi Carrell 75 Jahre alt geworden. Einer der bedeutendsten und beliebtesten Entertainer und Showmaster im gesamten deutschsprachigen Raum. Unvergessen sind nach wie vor seine großen Familienshows, allgegenwärtig sind seine Sketche, die auch heute noch jedes Feiertagsprogramm schmücken.

Weniger bekannt ist, dass Rudi Carrell sehr internetaffin war. Fast vergessen ist, dass Rudi Carrell im Jahr 2000 unter dem Titel „Rudis Suchmaschine“ in der ARD eine Show rund ums Internet präsentierte.

Wenn er heute noch hier wäre, würde er twittern, facebooken und noch viel mehr. Dessen bin ich mir sicher. 

 

Twitter per Fax

Das dürfte vor allem für diejenigen interessant sein, die sich ihre E-Mails immer noch im Vorzimmer ausdrucken lassen: Soziales Netzwerken ist auch ohne Computer möglich..! Ein neuer Service in den USA ermöglicht das Twittern per Fax. Ausgelegt ist das Angebot vor allem auf Senioren und Menschen ohne Internet-Anschluss.

 

 

Was wir über das Internet wissen müssen

Unsere Welt ist heute eine ganz andere als noch vor zehn Jahren – denn zu großen Teilen hat sie sich ins Netz verlagert. Unter den Jüngeren hat das Internet den Fernseher schon verdrängt und Millionen Menschen sind über berufliche oder soziale Netzwerke im World Wide Web verbunden. Unser Computer ist unser Reisebüro, unsere Bank, unser Einkaufsberater, unser Freizeitgestalter, unsere Stereoanlage und unser Fernseher. Wir spielen, mailen, bloggen, twittern, und vor allem googeln wir, was das Zeug hält. Die Maschinen, die wir dazu benutzen, werden immer schöner – und mehr und mehr zu einem Teil unserer selbst.

Nur: Wir sind oftmals mit einem sehr fragmentarischen Wissen ausgestattet. Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan erklärt jetzt in einem Buch mit dem Titel „Der Fixierungs-Code“ für jeden verständlich, was sich hinter all den Begriffen verbirgt, von denen man manche nur vom Hörensagen kennt, wie man sich (und seine Kinder!) vor den Gefahren schützt, wie man seinen Ruf im Netz pflegt, welche gewaltigen Veränderungen wir aus seinen Weiten noch zu erwarten haben und wie wir auch als Volkswirtschaft in der digitalen Zukunft bestehen können. Mit Nachdruck vertritt er dabei das Recht auf digitale Selbstbestimmung des Staates und seiner Bürger, weil das der einzige Weg ist, sich aus der Umklammerung der „digitalen Supermächte“ zu befreien.

Und was empfiehlt Evsan Unternehmen?

Sie sollen sich beraten lassen – inzwischen gibt es sehr gute Social-Media-Experten – sowie Fachbücher zum Thema. Es rentiert sich sehr schnell, einen Mitarbeiter im Unternehmen abzustellen, der sich nur mit den sozialen Netzwerken auseinandersetzt. Soziale Netze sind Meinungsbildner und haben sich dadurch zu einer neuen Kraft neben den herkömmlichen Medien entwickelt. Sie haben großen Einfluss auf das Image und die Reputation von Unternehmen. Viele Unternehmen aus der Industrie haben nicht einmal einen Internetbeauftragten. Das ist wirklich erschreckend.

Ibrahim Evsan
Der Fixierungs-Code.
Was wir über das Internet wissen müssen, wenn wir überleben wollen
Hardcover
200 Seiten
ISBN: 978-3-89883-255-7
16,95 [D], 17,50 [A], 30,90 sFr

Links

„Wir müssen mehr Mut haben“ – Interview mit Ibrahim Evan

Homepage des Autors

 

Check: Webfähigkeit von Unternehmen

An der FH Mainz – University of Applied Sciences wurden 10 Prüffragen zur Webfähigkeit von Unternehmen entwickelt und an einer Reihe von Unternehmen getestet. Prof. Dr. Lothar Rolke, der Betriebswirtschaftslehre und Unternehmenskommunikation an der FH Mainz lehrt, hat sie jetzt veröffentlicht

  1. Lässt sich Ihr Unternehmen im Netz als interessante Online-Persönlichkeit mit überraschenden Facetten und Angeboten erleben?
  2. Von welchen Communities wird Ihr Unternehmen willkommen geheißen?
  3. Wird Ihre Kommunikation mit den verschiedenen Anspruchsgruppen durch Offenheit, Wechselseitigkeit und (Mit-) Gestaltung durch Dritte geprägt?
  4. Haben Sie Ihre Mitarbeiter befähigt, Kommunikatoren auf den unterschiedlichen Märkten für ihr Unternehmen zu sein?
  5. Erlauben Sie ihren wichtigen Stakeholder-Gruppen, die Marken eigenständig mit zu formen?
  6. Können Sie das Verhalten Ihrer Kunden und Mitarbeiter, Journalisten, Aktionären und interessierten Usern durch ständig verfügbare Daten in Echtzeit studieren?
  7. Sind Sie in der Lage, ausreichend Aufmerksamkeit für Ihr Unternehmen zu organisieren und dann online exzellent zu bedienen?
  8. Sind Ihre Online-/Offline-Angebote emotional begehrter als die Ihrer Mitbewerber?
  9. Haben Sie die Werte der Webgesellschaft bereits im eigenen Haus verwirklicht?
  10. Hat sich das Intranet in Ihrem Unternehmen schon zu einem Arbeitsraum mit internen und externen Panoramafenstern und Navigationsplattform entwickelt?

Jedem Unternehmen lege auch ich diese Fragen ans Herz. Da inzwischen zwei Drittel der deutschen Internetnutzer in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, müssen die Unternehmen dabei sein, wenn dort über sie gesprochen wird.

Litigation-PR? – Litigation-PR!

Was ist denn „Litigation-PR“ nun schon wieder für ein Begriff?

Der Begriff setzt sich zusammen aus dem englischen Begriff Litigation und der Abkürzung des Begriffes Public Relations. PR-Berater Stephan Holzinger, der mit seinem Co-Autor Uwe Wolff das Buch Im Namen der Öffentlichkeit herausgebracht hat, beschreibt diese Kommunikations-Disziplin wie folgt: „Litigation-PR ist – verkürzt gesagt – das strategische Kommunikationsmanagement während jeglicher Art von zivil- oder strafrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Ziel, das Ergebnis zu beeinflussen und die persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen, insbesondere jedoch die Reputation des Mandanten, nachhaltig und effektiv zu schützen.“ Ein anderer PR-Berater, Frank Wilmes, definiert Litigation-PR schlicht als „Krisen-PR in rechtlichen Auseinandersetzungen“. Für den Rechtsanwalt Dr. Gerald Neben, kümmern sich Litigation PR-Experten darum, „Glaubwürdigkeitsverlust zu vermeiden und den daraus resultierenden Schaden zu begrenzen.“

Fakt ist: Litigation-PR ist ein hochspezieller Zweig der Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit/PR). Sie hat ihren Ursprung in den USA und wurde aus der Erkenntnis heraus entwickelt, dass herkömmliche PR-Techniken – auch die der Krisenkommunikation – im Verlaufe einer juristischen Auseinandersetzung nicht das gewünschte Ergebnis liefern, schon gar nicht in einer extrem medienzentrierten Welt. Ich selbst halte dabei den Aspekt für äußerst wichtig, den Mandanten vor Imageschäden und finanziellen Verlusten zu bewahren, die mit einer juristischen Auseinandersetzung einhergehen können. Selbst wenn der Mandant die juristische Auseinandersetzung im Gerichtssaal gewonnen hat, so kann er gleichzeitig im Gerichtssaal der Öffentlichkeit eine empfindliche Niederlage einstecken mit teilweise verheerenden Folgen für das Unternehmen oder für dessen Manager. Gerade börsennotierte Unternehmen reagieren auf eine ‚Niederlage‘ in der Öffentlichkeit sehr empfindlich: Der Aktienkurs des Unternehmens sackt ab, das Kundenvertrauen sowie das Vertrauen der Geschäftspartner in das Unternehmen und in seine Produkte schwindet.

Nahrungsmittelhersteller, Banken, Fluglinien, Kliniken, Automobilproduzenten und viele andere Industriezweige sind auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen, das leicht durch eine juristische Attacke erschüttert werden kann. Im Bereich Kapitalanlage, Produkthaftung, im Umweltbereich, bei arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen, aber auch in nationalen und transnationalen Kartellfällen (EU) kann die Litigation-PR mit der juristischen Strategie zu einer gewaltigen Kraft verschmelzen.

PR-Kollege Jens Nordlohne berät Unternehmen, Verbände und Personen, wenn es um Reputation, Corporate Social Responsibility und den Umgang mit öffentlichkeitskritischen Situationen geht. Er befürchtet in seinem lesenswerten Blog, dass in Zukunft viele klassische PRAgenturen auf den Zug der „LitigationPR“ aufspringen und diese hoch diffizile Beratung mit in ihr Portfolio aufnehmen werden. „Aber nur von der PR-Seite die Sache anzugehen ist genauso zum Scheitern verurteilt, wie der Glaube der Advokaten, mit rein juristischer Argumentation Kommunikationshoheit zu erlangen“, schreibt er treffend. „Wer nicht auf beiden Seiten firm ist, sollte die Finger von Litigation Kommunikation lassen. Mit anderen Worten: Litigation-PR in der Hand von Nichtkönnern ist wie die Rasierklinge in der Hand von Affen.

Literatur

Fitzpatrick, K. (1996). Practice management: The court of public opinion. Texas Lawyer, P.30.

Gibson, D. C. (1998). Litigation public relations: Fundamental assumption. Public Relations Quarterly, 43, 19-23.

Gostomzyk, T. (2008). Anwälte wissen, wie Sie Prozesse gewinnen – und wie gewinnt der Mandant die öffentliche Meinung?, AnwBl. 8 + 9/2008, 587-588.

Haggerty, J. F. (2003). In the court of public opinion: Winning your case with public relations. Hoboken, NJ: Wiley.

Hantler, S. B., Schwartz, V. E., & Goldberg, P.S. (2004). Extending the privilege to litigation communication specialties in the age of trail by media. Communication Law Conspectus, 13, 7-34.

Haywood, R. (2002). Managing your reputation: How to plan public relations to build and protect the organization’s most powerful asset (2nd ed.). London: Hogan Page.

Holzinger S., Wolff, U. (2009): Im Namen der Öffentlichkeit – Litigation-PR als strategisches Instrument bei Auseinandersetzungen. Gabler-Verlag, Wiesbaden ISBN 978-3-8349-0839-1

Reber, B. H., Gower, K.K., & Robinson, J. A. (2006). The Internet and litigation public relations. Journal of Public Relations Research, 18(1), 23-44.

Schweitzer, M. L. (2003). A matter of judgment. New York Law Journal, p. 26.

Link

FAZ: Die Gesetze der Medien gelten auch für Anwälte   

Kommunikation auf den Punkt gebracht

Kaum ein anderes Medium im Web 2.0 liefert aktuell so schnell passgenaue Informationen und vernetzt Menschen wie Twitter. Ganz gleich ob man Trends aufspüren will, interessante Geschäftspartner und Experten sucht oder Twitter für die (Selbst-)Vermarktung nutzt – als Zwei-Wege-Kommunikations-Tool stehen dank vieler Zusatzanwendungen bisher ungeahnte Möglichkeiten offen.

Die Vorteile für den Leser:

  • Fakten, Fakten, Fakten. Ohne lange Ausschweifungen.
  • Jeder kann selbst entscheiden, welche News er abonniert.
  • Brandaktuelle Neuigkeiten können auf verschiedenen Geräten (neben dem PC z.B. auch auf dem Handy) empfangen werden.

Die Vorteile für Unternehmen:

  • Mit relativ geringem Aufwand ein breites Publikum erreichen.
  • Schnelle und einfache Verbreitung von Informationen zu Produkten und Themen.
  • Ein hochaktueller und authentischer Kommunikationskanal.
  • Steigerung von Zugriffen auf den eigenen Corporate Blog und die Webseite durch Querverlinkungen.

In Deutschland ist Twitter der am meisten von Unternehmen genutzte Social-Media-Kanal. Twitter zeichnet sich durch seine Aktualtiät und Schnelllebigkeit aus. Wer nur alle paar Tage oder gar noch seltener etwas zu twittern hat, sollte auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Der zeitliche Aufwand ist nicht zu verachten. An Corporate Twitterer können schnell zahlreiche Anfragen täglich gerichtet werden, und die gilt es zeitnah zu beantworten. Das heißt maximal innerhalb weniger Stunden. Die Ressourcen dafür sollten eingeplant sein, bevor ein Corporate Twitter Account eingerichtet wird.

Gute Inhalte sorgen für eine hohe Reichweite. Die Attraktivität der Nachrichten ist der wirkungsvollste Hebel, um mehr Follower zu erhalten und damit die eigene Reichweite zu erhöhen. Im Kern ist der Dienst ein Dialogmedium: Unternehmen wie der US-Kabelanbieter Comcast geben täglich etwa zwanzig differenzierte Antworten auf Kundenfragen. Otto, Ebay, Kodak und Vodafone sind in Deutschland die Vorreiter beim Einsatz von Twitter als Medium für den Kundendialog. Fast neunzig Prozent der Inhalte im Twitter-Account von Otto bestehen aus Antworten auf Fragen von Twitternutzern. Dahinter steckt ein Team von drei Personen, die zeitversetzt für die Kunden da sind.

Der direkte Dialog mit dem Kunden, mit Journalisten und Bloggern ist ein Kernelement des Markenaufbaus über soziale Netze. Die Investition zahlt sich aus: Dell erzielte allein über Twitter 6,5 Millionen Dollar Umsatz in zwei Jahren. In den USA ist Twitter schon weiter. Hundert mal mehr Sichtkontakte erreichen die großen US-Unternehmen im Vergleich zu den deutschen.

Eine hilfreiche Einführung in die Thematik ist das eben erschienene Buch von Stefan Berns und Dirk Henningsen. Die beiden Experten zeigen in „Der Twitter Faktor„, wie UnternehmenTrainer und Berater das mächtige Kommunikationstool Twitter einsetzen können. Angefangen von der Generierung neuer Followers bis hin zum effizienten Einsatz diverser Twitter-Tools präsentieren die Autoren neue Möglichkeiten für Online-PR, Online-Marketing und Kundenbindung eröffnet.

Weitere Links und Bücher

Handelsblatt: Wenn der Kunde zwitschert

The New York Times: When Stars Twitter, a Ghost May Be Lurking

Buch Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0 (Deutsch, Dezember 2008) von Nicole Simon und Nikolaus Bernhardt

Buch TwitterSweet: 140 Zeichen für den Geschäftsalltag (Deutsch, April 2009) von Stefan Ziegler