Stilkritik: ich@facebook.com

Facebook-Update während der Hochzeit. Dazu stellt Martin Zips in der Süddeutschen Zeitung heute fest:

Im Zeitalter vor Facebook war der Mensch, grob gesagt, allein das: Familienmitglied, Arbeitskollege, Freund. Und schon dies hat viele überfordert. Mal war hier mehr Selbstbewusstsein gefragt, mal dort mehr Unterordnung, mal hier mehr Kompromissbereitschaft. Heute ist der Mensch zusätzlich noch ich@blabla.com, vorname.nachname@firmenblabla.com und rattenschwanz@lotterleben.com (nach 23 Uhr). Der Mensch ist 0172, 0173 und 0160 und nur selten noch übers Festnetz zu erreichen. Er hat mehrere Anrufbeantworter und 34 verschiedene Ebay-Identitäten. Wenn man ihm ein Fax schickt, leuchtet sein Blackberry auf, schickt man ihm eine SMS, vibriert es in seiner Jackentasche. Der Mensch ist Mitglied bei Facebook, Twitter, Lokalisten, Xing und DingensVZ, er versendet aus dem Urlaub Handyfotos und lädt Videos bei YouTube hoch. Der Mensch hat einen Knall.

 

„Jetzt ist die Ehe offiziell. Es steht bei Facebook.“

 

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