50 Prozent der Werbeausgaben vergebens?

Mindestens 50 Prozent der Werbeausgaben
sind vergebens, das Problem ist nur:
Ich weiß nicht welche 50 Prozent.

Bis vor kurzem hatte ich noch gedacht, das Zitat sei ein Spruch des jungen Henry Ford (1863-1947), bevor mich Peter Mathias Fischer von der Universität St. Gallen eines Besseren belehrte. Dieses Zitat ist in Wirklichkeit von John Wanamaker (1838-1922).

Wer die Aussage Wanamakers bisher noch nicht kannte, kann sie auch gleich wieder vergessen. Wanamakers Zitat ist in Zeiten von PR-Evaluation, MarketingControlling und WebMonitoring absolut nicht mehr zeitgemäß!

Zeitlos hingegen ist der Merksatz, den Henry Ford tatsächlich prägte:

Wenn du einen Dollar in ein Unternehmen steckst, musst du einen weiteren bereit halten, um es bekannt zu machen.

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„Tue Gutes und rede darüber…“

Zedwitz-arnim

Wenn es um Public Relations geht, beschränkt sich das Wissen der Allgemeinheit zumeist auf alte Wahlsprüche wie „Klappern gehört zum Handwerk„oder  „Tue Gutes und rede darüber„. Wer diese Sprüche geprägt haben könnte, ist selbst manchen PR-Experten kaum bekannt.

Tu Gutes und rede darüber“ ist der Titel des fast 50 Jahre alten Buches von Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim. Der Buchtitel ist innerhalb eines halben Jahrhunderts zum geflügelten Wort für Public Relations geworden. Das Buch, das 1961 zum ersten Mal erschienen ist und mehrere Auflagen erfuhr, handelt von Vertrauenswerbung und innerorganisatorischen Anforderungen, die auch im 21. Jahrhundert nicht optimal erfüllt sind, wie Studien leider immer noch ergeben. Von PR 2.0 konnte der Graf natürlich noch nichts ahnen. Auf jeden Fall ist sein Buch ein Beitrag zur Geschichte der Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland.

Tue Gutes und rede darüber„: Der alte Wahlspruch ist noch immer weit verbreitet, ganz gleich ob es um die Themen „Ehrenamt„, „Selbstvermarktung“ oder „gewerkschaftliche Öffentlichkeitsarbeit“ geht. Die Financial Times Deutschland hat sogar eine Serie „Tue Gutes und rede drüber“ ins Leben gerufen. Noch 2002 entschied sich ein Autor, sein Buch über NPO-PR so zu nennen (Walter Fischer: Tue Gutes und rede darüber. Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen. Zürich: Orell Füssli Verlag).

Gerade in Zeiten von Social Media, wo Varianten wie „Tue Gutes und lass alle daran teilhaben“ oder „Tue Gutes und stelle es zur Diskussion“ sicher passendere Maximen sind, gibt es kritische Aussagen wie  „Du sollst nichts Gutes tun, sondern Gutes bewirken“ oder „Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.“ Besonders vor einem Umkehrschluss wie „Tue Schlechtes und kehr es unter den Teppich“ sei an dieser Stelle gewarnt. Mitarbeiter, Konsumenten, Lieferanten und Kunden können wohl am besten beurteilen, ob Maßnahmen auch ernst gemeint sind oder nur heiße Luft verbreitet wird.

Damit wären wir bei der Corporate Social Responsibility (CSR). Sie ist ein Beleg für die Aktualität des alten Wahlspruchs. Mit CSR streben Unternehmen schließlich seit Jahren an, ihr Image bei Kunden, Mitarbeitern, Marktpartnern, Medien, NGOs oder Politikern zu verbessern. Sie versuchen unternehmerisches Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig neu auszurichten, bekennen sich zum Umweltschutz, fördern Bildung und Kultur oder engagieren sich für mitarbeiterorientierte, familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Gerade hier liegt die Bewährungsprobe für den alten Wahlspruch, da freiwilliges Engagement, gepaart mit dem Gang an die Öffentlichkeit immer mit einem hohen Maß an Ernsthaftigkeit und Professionalität verfolgt werden muss.

Dessen ungeachtet, scheint Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim gar nicht der Urheber des Zitats zu sein. Manche führen es auf den deutschen Politiker Walter Fisch (1910-1966) zurück. Der Graf selbst gibt in seinem Buch (1961: 21) an, der Spruch sei aus den USA, „dem Mutterland der Public Relations“.

Ach ja, und woher stammt nun das ebenfalls gerne verwendete Zitat „Klappern gehört zum Handwerk“? Dieses kommt wie der Spruch „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ aus dem Mittelalter: Angeblich machten die Handwerker damals mit einer Klapper aus Holz Lärm und priesen laut ihre handwerklichen Fähigkeiten an. 

 

 

Social Media verändert Marketing, PR und Kommunikation

Social Media gilt mancherorts noch immer als Hype-Thema. Nicht jeder ist sich offenbar sicher, dass sich der Bereich als fester Bestandteil einer PR- und Marketingstrategie gerade etabliert: An Social Media geht kein Weg mehr vorbei.

Warum ist das so?

Noch Fragen?

Danke an Anika Geisel für den wertvollen Post und vor allem auch für die Richtigstellung, dass soziale Medien nicht ganz für lau zu haben sind:

Wichtig ist zu verstehen, dass Social Media keinesfalls umsonst ist, weil es nichts kostet. Social Media kostet Zeit, Ressourcen und vor allem Menschen, die die Mechanismen von Social Media verstehen, weil sie sich damit beschäftigen. Nicht nebenbei, sondern intensiv.

Nonverbale Kommunikation: Mit dem Victory-Zeichen zur Niederlage

Interkulturelle Kompetenz ist für international agierende Organisationen ein Erfolgsfaktor. Wie begegne ich Geschäftspartnern, die über einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund verfügen? Was muss ich bei der Interpretation bestimmter Verhaltensweisen beachten, und wie können Missverständnisse in der Kommunikation entstehen?

Gestik, Mimik, Körperhaltung begleiten, hemmen oder stärken die Sprache. Wer seine Worte gerne durch Gesten unterstreicht, sollte in anderen Ländern auf der Hut sein. Ein und dieselbe Handbewegung kann in einem Land etwas Freundliches und im nächsten etwas Ungehöriges sein. So bedeuten Zeigefinger und Daumen, die einen Kreis formen, in vielen Ländern „Perfekt!“, in Frankreich und Belgien „Null und nutzlos“, und in Brasilien ist das das Zeichen für „Arschloch!“.

Wer die Hand beim Victory-Zeichen verkehrt herum hält, kann in Großbritannien, aber auch auf Malta oder in Australien Probleme bekommen. Zeigt die Handfläche beim V-Zeichen nach innen, heißen gespreizter Zeige- und Mittelfinger dort so viel wie „Steck Dir zwei Finger ins Gesäß“. Das kann unter Umständen sogar beleidigender sein als der gestreckte Mittelfinger („Stinkerfinger“). Dieses und weitere Beispiele für Gesten mit mehreren Bedeutungen lieferte der ‚Spiegel‘ schon vor vier Jahren. Jetzt haben zwei Journalistinnen, Julia Grosse und Judith Reker, in einem Handbuch Gesten aus fast 50 Ländern zusammengetragen, von A wie Afghanistan bis Z wie Zypern. Allerhand, was der chinesische Marktverkäufer wirklich meint, wenn er Daumen und Zeigefinger ausstreckt und ich darin das Zeichen „Zwei“ lese…

 

Handbuch_gesten

Die goldenen Facebook-Regeln

Verhaltensregeln für die Community „Facebook“ liefert die Geschichte um Alice und Timmy aus „Facebook Manners And You“

Zur Sicherheit: Hier noch einmal die Verhaltensregeln für Facebook im Überblick:

  1. Ändere nicht deinen Beziehungsstatus, ohne die andere Person davon in Kenntnis zu setzen
  2. Lade keine peinlichen Fotos von anderen Personen hoch
  3. Sei diskret, wenn du Nachrichten auf den Pinnwänden anderer Personen hinterlässt
  4. Stiehl nicht die Freunde anderer Leute
  5. Gründe keine Hass-Gruppen

Public Relations abgekoppelt vom Unternehmensmanagement?

Wie das PR-Journal heute mitteilt, hat die MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg eine Studie zum Verhältnis von PR und Unternehmensführung veröffentlicht. Die Ergebnisse stimmen sehr bedenklich:

Nicht einmal 50 Prozent der Kommunikationsabteilungen von Unternehmen bekommen interne Aufträge von ihrem Management erteilt, geschweige denn Ziele vorgegeben.

So ist es mir natürlich verständlich, dass nach 60 Jahren PR- und Kommunikationsmanagement in Deutschland Skandale zuzunehmen scheinen, die auf unethisches Verhalten und mangelnde Kommunikation zurückzuführen sind. Immer wieder haben Praktiker und Wissenschaftler auf solche Missstände hingewiesen und auf die erforderlichen Lösungen aufmerksam gemacht.

Schon 1941 betonte der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Harold D. Lasswell, dessen Verdienste leider immer noch nur auf eine Formel reduziert werden: der PR-Spezialist ist der „direct adviser of men of action„. Für eine erfolgreiche Arbeit sei das Vertrauen des Entscheidungsträgers in den PR-Verantwortlichen eine zwingende Voraussetzung: „it is evident that the adviser cannot perform his function if the policymaker does not have complete confidence in his discretion as well as his ingenuity“, so Lasswell (1941: 70ff).

Kommunikationsdesaster ereignen sich also weiterhin immer dann, wenn sich der PR-Verantwortliche in der Position einer Randfigur befindet. (Dass er dabei selbstverständlich über die erforderlichen Kompetenzen für seinen Beruf verfügen muss, setze ich hier voraus.)

Die aktuelle Studie ist bei der MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg bestellbar. Ebenso lesenswert sind vor diesem Hintergrund:

Grunig, Larissa A. (1990): Power in the Public Relations Department. In: Public Relations Research Annual 2, S. 115-155.

Lasswell, Harold D. (1941): Democracy Through Public Opinion. Menasha, Wis.: Banta Publishing.

Zerfaß, Ansgar (2004): Unternehmensführung und Öffentlichkeitsarbeit. Grundlegung einer Theorie der Unternehmenskommunikation und Public Relations. 2. ergänzte Auflage. Opladen: Westdeutscher Verlag.