Hall of Shame – Preise für das Negativimage

??ffentliche Akzeptanz ist??nicht ein beil??ufiges ???Etwas???, sondern geht konstitutiv in die Wertsch??pfung eines Unternehmens ein. Auch f??r Personen des ??ffentlichen Lebens und Privatmenschen sind Image und Reputation entscheidend f??r Akzeptanz oder Ablehnung. Plakative Beispiele hierf??r sind so genannte Negativpreise??oder Antiauszeichnungen. Die Initiatoren??wollen??damit??in der ??ffentlichkeit das Bewusstsein f??r Missst??nde??und Fehlverhalten schaffen oder st??rken, auch auf lokaler und regionaler Ebene.??Kein Wunder, dass??die Preisverleihung meist in Abwesenheit der Preistr??ger stattfindet.

Dislike

Die Liste??solcher Auszeichnungen ist lang. Hier einige Beispiele f??r Preise, auf die jedes Unternehmen sicher sehr gerne verzichtet:

Internationale Negativpreise

  • Public Eye Award (Unternehmensverantwortung/Corporate Social Responsibility), vergeben von der Veranstaltung Public Eye on Davos (Schweiz)
  • Roger-Award (Kapitalgesellschaften, Neuseeland)
  • Stella Award (Schadenersatzklagen und Gerichtsurteile, USA)

In mehreren L??ndern vergebene Negativpreise

Deutsche Negativpreise

Niemand??kann von einem Unternehmen erwarten, dass es perfekt ist. Aber es wird am Umgang mit Problemen gemessen. Ein gradliniger, offener und glaubw??rdiger Umgang mit eigenem Fehlverhalten und Missst??nden??ist daher besonders wichtig. Transparenz und Vertrauen spielen??eine??bedeutende Rolle, um nicht eines Tages in der Liste der Preistr??ger aufzutauchen.??

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Medienkompetenz und Social Media Policies werden immer wichtiger

Viele Nutzer halten das Web f??r einen anonymen Ort, doch es ist ??ffentlich. Wer??nicht mit Bedacht Informationen preisgibt, kann diese schon morgen bereuen. Denn der Grat zwischen freier Meinungs??u??erung und ??bler Nachrede ist schmal.??Einige Beispiele??der??Advocard Rechtsschutzversicherung AG zeigen dies.

So urteilte das Landesarbeitsgericht Baden-W??rttemberg (Az.: 2 Sa 59/09) zugunsten eines Arbeitnehmers, der im Internet seinem Unternehmen eine ???versch??rfte Ausbeutung??? vorwarf. Das Gericht befand die darauffolgende K??ndigung f??r rechtswidrig. Es begr??ndete das Urteil damit, dass die Aussage des Kl??gers vom Grundrecht der freien Meinungs??u??erung gedeckt sei und keine pers??nliche Beleidigung darstelle oder die arbeitsvertragliche R??cksichtnahmepflicht verletze.

Ganz anders sah das Arbeitsgericht Frankfurt am Main (Az.: 22 Ca 2474/06) einen Fall, in dem zum Nachteil einer Community-Nutzerin entschieden wurde, die ihre Firma als ???Sklavenbetrieb??? und diverse Mitarbeiter als ???Idioten??? bezeichnet hatte. Das Gericht bewertete die ??u??erungen als herabsetzende Schm??hkritik und somit als strafbare, ??ble Nachrede, die das Vertrauensverh??ltnis zum Arbeitgeber nachhaltig zerst??rt habe.

Enth??lt eine Twitter-Botschaft zum Beispiel??Firmeninterna, kann Tags darauf schon die berechtigte fristlose K??ndigung ins Haus flattern, wie ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin best??tigt (Az.: 16 Sa 545/03).

Die m??hselige Diskussion um die Sicherheitseinstellungen der Plattformen ist also nur??die eine Seite der Medaille. Die andere Seite besteht aus der grunds??tzlichen ??berlegung, mit welchen Inhalten jeder Nutzer online geht. Hier ist ein hohes Ma?? an Medienkompetenz bei den Nutzern gefragt und bei den Unternehmen klare Regeln im Umgang mit Social Media.

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