Ein Hoch auf den Hashtag!

Während in Deutschland Rettungsroutine zum Wort des Jahres 2012 gekürt wurde, hat in den U.S.A. Hashtag das Rennen gemacht. Das deutsche Wort löste (nicht nur) bei mir ein verwundertes Kopfschütteln aus. Beim englischen Wort hingegen gab es ein deutlich zustimmendes Kopfnicken.

Hashtag

Hashtag ist ein Begriff, der in engem Zusammenhang mit Twitter, dem rasend schnellen Informations- und Mitteilungsmedium, steht. Der Begriff setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen: „hash“ (engl.: Raute, Doppelkreuz, Nummernzeichen bzw. #) und „tag“ (engl.: Kennzeichnung).

Hashtags sind Schlagwörter, die als thematische Filter benutzt werden, um Beiträge leichter einem Thema oder Ereignis zuordnen zu können. Durch das Hinzufügen eines Hashtags werden Twitter-Mitteilungen (Tweets) seit 2007 strukturiert und zugänglich gemacht. Setzt man „#“ ohne Leerzeichen vor ein Wort, hat man dieses schon in einen Hashtag verwandelt. Ein so markiertes Schlagwort, zum Beispiel #Merkel, #FCBayern oder #nowplaying, wird als Link dargestellt und erlaubt, die Flut von Tweets zu sortieren. Daran hat sich bis heute nichts geändert, obwohl Twitter inzwischen eine eigene Suchfunktion anbietet. Mehr noch: Twitter kreierte „Hashtag-Landingpages„, und andere Plattformen wie Google+, Instagram oder Pinterest machten sich die Verschlagwortung durch Hashtags zu eigen.

Hashtags gibt es für jedes Thema, für jeden Anlass (ob Hochzeiten oder Todesfälle) und für fast jeden Tag: Zu dem bekanntesten Wochentags-Hashtag #FF für Follow Friday kamen mit der Zeit der #MusicMonday, der #TravelTuesday oder der #ThrowbackThursday hinzu. Es gibt ernste und weniger ernst gemeinte Hashtags, Kampagnen-Hashtags und Hashtags, die in laufende TV-Sendungen eingeblendet werden. Zum Jahreswechsel hat sich das Traditions-Magazin Newsweek mit einem Hashtag vom Printmarkt verabschiedet und wendet sich nun der rein digitalen Existenz zu. Beliebt ist auch #fail als Beschwerde-Hashtag. Dann wird der Hashtag schnell zum Bashtag. Ein Musiker – man mag von ihm, halten was man will – hat den Hashtag neulich für sein Album entdeckt. Und Eltern geben ihrem Neugeborenen bereits den Namen – „Hashtag„!

Twitter bietet nicht nur an, Meldungen im Millisekundentakt zu verbreiten, sondern analysiert den Inhalt der Mitteilungen nach bestimmten Begriffen und veröffentlicht die so gefundenen Schlagwörter als Trending Topics. Wer aber jeden seiner Tweets mit möglichst vielen Hashtags versieht, begeht einen schweren Fehler. Denn es gibt eine Hashtag-Etiquette und auch Algorithmen, die über die Sichtbarkeit der Tweets entscheiden.

Gründe gibt es also genug, Hashtag zum Wort des Jahres zu wählen, vielleicht auch irgendwann hierzulande.

 

2 Gedanken zu “Ein Hoch auf den Hashtag!

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