Showdown!

Im Alten Testament wird vom Kampf Davids gegen den Philister Goliath erzählt. In der Ilias trifft sich der trojanische Königssohn Paris mit dem griechischen König Menelaos zum Zweikampf um die schöne Helena. – Showdown!

Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren vor allem Offiziere, Adlige und Dandys unter Handlungszwang, wenn sie in ehrenrührige Affären verstrickt waren, Beleidigungen aussprachen, Schulden nicht bezahlten und dergleichen mehr. Wegen ihres dramatischen und schicksalsträchtigen Charakters sind Duelle ein beliebtes literarisches Motiv.

Cineastische Showdowns gibt es in diversen Genres, vor allem im Western. Unvergesslich bleibt mir der Showdown des Western-Klassikers High Noon (Zwölf Uhr mittags) von Fred Zinnemann: In der gleißenden Mittagssonne läuft Marshal Will Kane (gespielt von Gary Cooper) einsam, aber mit Entschlossenheit durch die menschenleere Stadt, um seinem Todfeind zu begegnen.

 

Zwölf Uhr mittags kommt als Westernfilm daher, ist aber ein zeitloses psychologisches Drama. Die Spannung steigt, je mehr Zeit verstreicht, was immer wieder die vielen Uhren in Nahaufnahmen verdeutlichen, wobei das Pendel kurz vor zwölf ganz, ganz langsam schwingt. Dadurch wird die Spannung vor dem legendären Showdown intensiviert.

Heute meinen wir mit Showdown allgemein einen abschließenden, entscheidenden Machtkampf zwischen zwei oder mehreren Kontrahenten. Ursprünglich war mit Showdown das Aufdecken der Karten beim Poker (engl. to show down) gemeint. In diesem Sinn umschreibt der Begriff heute auch das Aufdecken der wahren Verhältnisse.

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Pacta sunt servanda

Unser geltendes Recht basiert auf tausenden Jahren historischer Rechtserfahrung. Zum Beispiel Pacta sunt servanda, auf Deutsch „Verträge sind einzuhalten“, ist das Prinzip der Vertragstreue im öffentlichen und privaten Recht.

Ich war überrascht, dass der Satz selbst nicht aus dem römischen Recht stammt. Erst im Mittelalter findet sich die erste schriftliche Bestätigung dieses Prinzips im „Liber extra“ von Papst Gregor IX.

pacta

Das ist eine Sammlung von päpstlichen Antworten auf Rechtsfragen. Der eigentliche Verfasser ist Raimundus de Pennaforte, der im Auftrag des Papstes in den Jahren 1230 bis 1234 diese Gesetzessammlung anlegte, die ein Meilenstein in der Entwicklung des kanonischen Rechts war.

Pacta sunt servanda sollte ausdrücken, dass auch formlose Vereinbarungen (pacta nuda) rechtsverbindlich sind und nicht nur die contractūs des römischen Rechts.

Das Recht der katholischen Kirche trieb die Entwicklung des deutschen Prozessrechtes, namentlich des Strafprozesses, stark voran. Auch das Schuldrecht ist zum Beispiel durch den aus dem kanonischen Recht stammenden Grundsatz pacta sunt servanda wesentlich beeinflusst worden, weil damit die strenge Förmlichkeit des römischen Rechts überwunden werden konnte.