Pacta sunt servanda

Unser geltendes Recht basiert auf tausenden Jahren historischer Rechtserfahrung. Zum Beispiel Pacta sunt servanda, auf Deutsch „Verträge sind einzuhalten“, ist das Prinzip der Vertragstreue im öffentlichen und privaten Recht.

Ich war überrascht, dass der Satz selbst nicht aus dem römischen Recht stammt. Erst im Mittelalter findet sich die erste schriftliche Bestätigung dieses Prinzips im „Liber extra“ von Papst Gregor IX.

pacta

Das ist eine Sammlung von päpstlichen Antworten auf Rechtsfragen. Der eigentliche Verfasser ist Raimundus de Pennaforte, der im Auftrag des Papstes in den Jahren 1230 bis 1234 diese Gesetzessammlung anlegte, die ein Meilenstein in der Entwicklung des kanonischen Rechts war.

Pacta sunt servanda sollte ausdrücken, dass auch formlose Vereinbarungen (pacta nuda) rechtsverbindlich sind und nicht nur die contractūs des römischen Rechts.

Das Recht der katholischen Kirche trieb die Entwicklung des deutschen Prozessrechtes, namentlich des Strafprozesses, stark voran. Auch das Schuldrecht ist zum Beispiel durch den aus dem kanonischen Recht stammenden Grundsatz pacta sunt servanda wesentlich beeinflusst worden, weil damit die strenge Förmlichkeit des römischen Rechts überwunden werden konnte.

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