A Tribute to the #QueeninGermany 

Königin Elizabeth II. und Prinz Philip waren zu Gast in Deutschland. Nach 1965, 1978, 1992 und 2004 war dies der fünfte Staatsbesuch der britischen Monarchin. Weitere Besuche fanden im Jahr 1987 aus Anlass des 750. Jubiläums der Stadtgründung Berlins und im Jahr 2000 zur Eröffnung der neuen britischen Botschaft statt.
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Eine ältere Frau mit weißen Locken und Hut, die freundlich winkt: Solche Bilder sah man in den letzten Tagen wieder häufiger. Glamour, Hüte und freundliches Winken waren eine Seite des Besuchs, ernste Mahnungen und stilles Gedenken eine andere.

Die deutsch-britischen Beziehungen sind sehr eng und vielfältig. Beide Länder verbindet eine aktive Rolle in der Europäischen Union, der Nato, den Vereinten Nationen, der G7, der G20 und anderen internationalen Gremien.

Wer der Queen bei ihren vielen Gesprächen, Begrüßungen und ihrer Rede zusah, bekam Respekt, wie die 89-Jährige das stramme Programm über die vollgepackten Tage samt Abstecher nach Frankfurt am Main meisterte.

Beeindruckend ist die Lebensleistung einer Frau, die im zarten Alter von 21 Jahren via Rundfunkrede dem Commonwealth-Volk versprach, ihm so lange zu dienen, bis sie diese Erde verlässt.

Elizabeth II. ist die Frau des 20., ja sogar des beginnenden 21. Jahrhunderts. Bislang hält Königin Victoria den Rekord mit ihrer Regentschaft von 1837 bis 1901. Im September 2015 schon löst Elizabeth ihre Ur-Urgroßmutter als die am längsten dienende Monarchin aller Zeiten ab.

Elizabeth II. steht für die Emanzipation der Frau. Die Queen erwarb in der Vorbereitung auf ihre künftige Rolle viele traditionell als „männlich“ wahrgenommene Fähigkeiten: Sie ritt, jagte und fischte; sie lernte im Krieg bei der Frauenabteilung des britischen Heeres, Autos zu reparieren – und sie fuhr selbst wie der Henker. Die gekrönte Königin war eine in Vollzeit berufstätige Mutter.

Als ihr Vater George VI. starb und sie Königin wurde, war Elizabeth Alexandra Mary Windsor gerade einmal 25 Jahre alt. Schon als Jugendliche arbeitete sich „Lilibeth“, wie sie für Eltern und Freunde hieß, systematisch durch die Klassiker der englischen Literatur, durch historische Werke und Abhandlungen zur Verfassungstheorie.

 
Pietro Annigoni: Queen Elizabeth II. (1954-5)

„Wenn, und dafür beten viele von Herzen, die Thronbesteigung Elizabeths II tatsächlich aufräumt mit den letzten Vorurteilen gegen Frauen in Spitzenpositionen“, schrieb die junge konservative Abgeordnete Margaret Thatcher 1952 in einem Zeitungskommentar, „dann wird für Frauen wahrhaftig ein neues Zeitalter anbrechen.“

Die Ausstrahlung der 89-jährigen Chefin der ‚Firma Windsor‘ ist wirkungsmächtig. Sie sitzt seit mehr als 63 Jahren unaufgeregt auf dem Thron und steht nicht nur in den Augen ihrer Untertanen als Symbol für Tugenden wie Pflichtbewusstsein und Hingabe, Disziplin und Standhaftigkeit – und Lernfähigkeit. Ja, die Queen erwies sich als lernfähig: Nach dem Tod von Prinzessin Diana verhinderte sie mit einer Fernsehansprache aus dem Buckingham Palast buchstäblich in letzter Minute einen für sie irreparablen Schaden.

Noch heute nimmt sie sich drei Stunden täglich, um die „Red Boxes“, Aktenkoffer mit Regierungsunterlagen der Downing Street, durchzuarbeiten, wie der BBC-Journalist Andrew Marr in seinem Buch The Diamond Queen festhält. Jede Woche einmal lässt sich die Monarchin vom Premierminister beim Vier-Augen-Termin über die aktuelle Lage unterrichten, nie soll sie unvorbereitet sein, wenn der Regierungschef kommt.

Harte Arbeit gehört nach wie vor dazu. Wer den täglichen Hofbericht liest, das Court Circular, kann nur staunen über den Fleiß der Royals. Hier ein Gottesdienst, dort ein Empfang. Ehrung der Kriegstoten, Weihnachtsansprache, Besuch der Gartenschau, heute ein Walkabout, morgen ein Staatsbankett.

Thomas Kielinger zählte für sein Buch 444 öffentliche Auftritte der Queen im Jahr 2010, Prinz Philip kam auf 356. Das war im zarten Alter von 84 Jahren, Philip war 89. Jetzt, fünf Jahre später, beschränkt sich die Königin auf etwa 350 Auftritte.

Auch beim fünften Staatsbesuch in Deutschland war der Tag der Queen und ihres 94-jährigen Ehemanns, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, von morgens bis spät abends in Fünf-Minuten-Schritten durchgeplant.

Die Queen ist eine lebende Legende und längst auch ein Social-Media-Star. ‚Die Firma‘ geht mit der Zeit, ist auf Facebook, Instagram, YouTube, Flickr und Twitter vertreten.

Der bemerkenswerte Auftritt der Queen als Bond-Girl hat mich zum Fan Ihrer Majestät gemacht. Die Queen hat für die Olympia-Eröffnung 2012 in London in einem kurzen Einspieler wunderbar unterhaltsame Selbstironie gezeigt. Das war für mich der spektakulärste Höhepunkt.

God Save the Queen!

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