Eine ausgekochte Wahlkämpferin

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Der Film Die Wahlkämpferin, der gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist, zeigt ungeschminkt, stark konturiert, wie Politikberatung funktioniert oder funktionieren kann. In der Tragikomödie spielt Sandra Bullock die Beraterin Jane Bodine. Sie soll den ehemaligen bolivianischen Präsidenten nach einem Skandal zurück an die Spitze der Macht bringen. In den Vereinigten Staaten hatte Oscar-Preisträgerin Bullock mit diesem Film trotz solider Kritiken einen der schlechtesten US-Kinostarts ihrer Laufbahn einzustecken. Dabei hat ihre freche, gekonnte Darbietung mehr Aufmerksamkeit verdient.

Our Brand is Crisis lautet der viel griffigere Originaltitel des Films, der auch die strategische Richtung des Wahlkampfs definiert. Die Rolle von Jane war eigentlich für einen Mann geschrieben und von George Clooney anvisiert worden. Der hatte sich bereits 2007 mit seiner Produktionsfirma Smoke House Pictures die Rechte an der Polit-Dokumentation von Rachel Boynton gesichert. Der Filmtitel beruht wiederum auf einem Zitat von James Carville, der US-Präsident Bill Clinton in seinen Wahlkämpfen beraten hatte und 2002 von Sánchez de Lozada engagiert wurde.

Sandra Bullock und Billy Bob Thornton agieren in dem Film polarisiert und spiegeln zwei unterschiedliche Bilder von Politikberatern. Während Bullock anfangs als „Calamity“ Jane gekonnt holprig, dann aber zu voller Fahrt auflaufend brilliert, scheint ihr Kontrahent als heimtückischer Manipulator und mephistophelischer Stratege vorzugehen.

Wahlkämpferin Jane besitzt einen erstaunlichen Fundus an Wissen. Sie kennt Werke und Zitate bedeutender Persönlichkeiten von der Antike bis in die Gegenwart. Fans intermedialer und intertextueller Bezüge kommen hier voll auf ihre Kosten. Denn oft sind solche Anspielungen viel mehr als die Rosinen im Kuchen.

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So finden sich im Film unter anderem Bezüge zu den wichtigen Werken von Sun-Tzu, Machiavelli, Adam Smith und Friedrich Nietzsche, passende Zitate von Emma Goldman, Muhammad Ali, Bruce Lee, Warren Beatty und Dolly Parton, ebenso ein Hinweis auf den legendären TV-Werbespot Daisy aus der US-Präsidentschaftswahl von 1964, der Lyndon B. Johnson einen gewaltigen Vorsprung bescherte.

Jane gelingt es mit ihrem Wissen sogar, dem politischen Gegner ein Goebbels-Zitat als eines aus Goethes Faust zu verkaufen und auch noch so schmackhaft zu machen, dass er sich damit beim nächsten Auftritt den Mund verbrennt.

Sieht man von den komödiantischen Einlagen und den zynischen Extravaganzen ab, könnte dieser Film ein Lehrstück sein:

1. Die Regeln des Erfolgs wurden bereits vor Jahrhunderten in den großen Strategieschulen niedergeschrieben. Auch wenn sich das Leben heute doch sehr von dem eines japanischen Samurai oder eines italienischen Fürsten unterscheidet, weiß die Wahlkämpferin die alten Weisheiten geschickt zu nutzen.

2. Die Politik braucht Berater, die eindeutige und prägnante Inhalte formulieren. Sie braucht Inhalte, die sich von denen der Gegner scharf abgrenzen. Sie benötigt Berater, die durch die Art ihrer Kommunikation die Menschen gerade auch emotional erreichen – und sie braucht Berater, die sich den schmutzigen Parolen oder provozierenden Übergriffen in der Gesellschaft zu stellen wissen.

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Feines Seminar an der Mosel

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Auf nach Rheinland-Pfalz! Am 22. April 2016 leite ich auf dem WeinKulturgut Longen-Schlöder in Longuich im Auftrag der IHK UNTERNEHMER AKADEMIE ein Ganztagsseminar zum Thema Markenbildung für Unternehmer, Marketing- und Vertriebsleiter, Produktmanager, Kommunikations- und Werbemanager sowie Fach- und Führungskräfte mit Marketingverantwortung.

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Eine starke Marke trägt eindeutig zum Unternehmenserfolg bei. Die intensive Beschäftigung mit Markenpositionierungen ist daher nur konsequent. Meine Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer befassen sich mit zeitgemäßen Markenstrategien und lernen nebenbei auch noch das WeinKulturgut-Ambiente kennen. Umgeben von Rebflächen werden in der Vineria-Vinothek, den Winzerhäuschen oder auf der herrlichen Weinterrasse die selbsterzeugten Weine und das ganze Weingut erlebbar.

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Das Gebiet rund um die Mosel ist ja hinreichend für seine edlen Tropfen bekannt. Die steilen Hänge und Terrassen mit ihrem milden Mikroklima und dem Wärme speichernden Schieferboden sind das ideale Terroir für die Weinreben, die an der Mosel einzigartig feinfruchtige und rassige Weine hervorbringen.

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Abstecher in die Moselmetropole Trier oder in  die älteste Stadt Deutschlands, ins Großherzogtum Luxemburg, in die benachbarte Eifel oder den angrenzenden Hunsrück – alles steht einem in Longuich-Kirsch offen.

Auf der Seite der IHK-UNTERNEHMER AKADEMIE gibt es Informationen und Anmeldemöglichkeiten zum Seminar.

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Musik aus der Hall of Fame

Die Polarbären haben bei Coca-Cola eine lange Tradition. Erstmals tauchten sie im Jahr 1922 in Frankreich in Werbeanzeigen auf. 1993 wurden sie in dem animierten TV-Spot Northern Lights erstmals zum Leben erweckt. Auch 2016 stehen die Polarbären im Mittelpunkt der Winterkampagne. Sie werden dieses Mal begleitet von ihrem Freund, dem Papageitaucher „Puffin“.

Der Spot 2016 ist unterlegt mit dem Song That Happy Feeling von Bert Kaempfert. – Bert wer?  Vielen sagt der Name des deutschen Komponisten und Musikproduzenten nichts mehr, vor allem denjenigen, die Dieter Bohlen für den einzigen erfolgreichen deutschen Komponisten und Produzenten halten.

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Schon zu Lebzeiten von Bert Kaempfert (1923-1980) kannten viele Zeitgenossen zwar seine Musik, wussten mit seinem Namen aber kaum etwas anzufangen. Der Meister selbst sagte bescheiden: „Es genügt, wenn man meine Melodien kennt. Meine Musik sagt ja alles, was ich zu sagen habe.

Bert Kaempfert war einer der Väter des Easy Listening. Heute nennt man solche Melodien Lounge-Musik. Viele Einspielungen von Kaempfert sind sofort an ihrem typischen Klangbild erkennbar. Rund 400 Kompositionen, darunter viele Welthits, hat er geschrieben. 750 Orchesterarrangements stammen aus seiner Feder.

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„That Happy Feeling“ aus der Coca-Cola-Werbung 2016 erschien erstmals 1962 auf dem Album „A Swingin‘ Safari„.

Die Liste der Künstler, die mit unverwechselbaren Kaempfert-Kompositionen internationale Erfolge feierten, liest sich wie ein ‚Who’s who‘ der Unterhaltungsmusik: Frank Sinatra, Al Martino, Dean Martin. Ella Fitzgerald und Shirley Bassey. Sarah Vaughan und Peggy Lee. Nat “King” Cole, Herb Alpert, Johnny Mathis. Brenda Lee, Caterina Valente, Andy Williams, Nancy Wilson und… und… und…

Im Jahr 1961 produzierte Kaempfert in Hamburg eine Reihe von Aufnahmen mit den von ihm im Top Ten Club entdeckten, englischen Sänger Tony Sheridan und dessen Begleitband The Beat Brothers, den späteren, aber damals noch unbekannten Beatles. Aufgrund dieses Engagements darf Kaempfert als Entdecker und erster Produzent der Beatles gelten, noch bevor deren späterer Manager Brian Epstein und Produzent George Martin 1962 ins Spiel kamen.

Konsequenterweise wurde der viel zu früh verstorbene Bert Kaempfert 1993 in Anerkennung seines Lebenswerks in die Songwriters Hall Of Fame aufgenommen. Die Unterlegung des Coca-Cola-Spots 2016 mit That Happy Feeling war eine gute Wahl – und ein weiteres Beispiel für die Zeitlosigkeit der Musik von Bert Kaempfert.

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